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Voyager
Voy|a|ger auch: Vo|ya|ger 〈[vɔıədʒə(r)] m. 3US-amerikanische Raumsonde, die die Planeten Jupiter, Saturn u. Uranus erforschte [<engl. voyage „Reise“]

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Voyager
 
['vɔɪɪdʒə; englisch »Reisender«],
 
 1) Luftfahrt: Name eines amerikanischen Rekordflugzeugs, mit dem vom 14. bis 23. 12. 1986 erstmals die Umrundung der Erde im Nonstopflug ohne Nachbetankung gelang. Vom und zum Luftwaffenstützpunkt Edwards (Calif.) verlief der Flugweg in westlicher Richtung nördlich des Äquators in einer Flughöhe unter 4 000 m (Flugstrecke 40 253 km, Flugzeit 9 Tage 3 min 44 s, Piloten: Dick Rutan, * 1938, und Jeana Yeager, * 1952); zweimotoriges, mit Zug- und Druckpropeller ausgerüstetes Leichtflugzeug mit rd. 37 m Spannweite (Konstrukteur: Burt Rutan, * 1943).
 
Literatur:
 
J. Yeager u. a.: V. In 9 Tagen nonstop um die Welt (a. d. Amerikan., 1987).
 
 2) Raumfahrt: zwei nahezu identische, je 825 kg schwere amerikanische Raumsonden zur Erforschung der äußeren Planeten, die am 20. 8. 1977 (Voyager 2) und am 5. 9. 1977 (Voyager 1) auf Kap Canaveral gestartet wurden. Beide Sonden erkundeten Jupiter und Saturn, Voyager 2 auch Uranus und Neptun. Dabei wurde durch Anwendung der Fly-by-Technik beim jeweiligen Passieren eines Planeten der Kurs der Sonden auf den Begegnungsort mit dem jeweils nächsten Planeten hin geändert; Voyager 1 verließ zur Erforschung des Saturnsatelliten Titan die Ebene der Ekliptik, während Voyager 2 in dieser zu Uranus und Neptun weiterflog. Außer den Planeten wurden 56 ihrer Satelliten (Monde) erkundet, von denen 23 durch Voyager überhaupt erst entdeckt wurden. Die Sonden lieferten eine Fülle wertvoller Daten und etwa 81 000 Bilder; insgesamt wurden 5 Billionen Informationseinheiten (5 Terabit) zur Erde gefunkt.
 
Die Sonden werden durch jeweils drei Isotopenbatterien mit Energie versorgt, deren Lebensdauer voraussichtlich bis ins Jahr 2015 reichen wird. Die mit insgesamt elf Detektoren gewonnenen Daten wurden beim Vorbeiflug an Neptun, aus einer Entfernung von nahezu 4,5 Mrd. km, mit einer Sendeleistung von nur etwa 20 Watt über eine 3,7 m große Parabolantenne zur Erde übermittelt. Die Laufzeit der Signale betrug dabei 4 h 6 min. Die extrem schwach auf der Erde ankommenden Signale wurden von 38 über die ganze Erde verteilten Radioteleskopen (»Deep Space Network«) aufgefangen. Voyager 1 hat am 14. 2. 1990 die letzten Bilder vom Sonnensystem aufgenommen und befindet sich nun ebenso wie Voyager 2 mit abgeschalteten Kameras auf dem Weg aus unserem Sonnensystem. - Für den Fall, dass die Voyagersonden in einem anderen Sonnensystem einmal von intelligenten Wesen eingefangen werden sollten, führt jede eine 31 cm große Kupferschallplatte mit dem Titel »Sounds of Earth«, ein Abspielgerät und die zugehörige Gebrauchsanweisung mit.

Universal-Lexikon. 2012.